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Aus unserer Arbeit:
Zur Wirtschaftlichkeit von Kurzumtriebsplantagen
Mathias Kröber, Dr. Klaus Hank, Prof. Dr. Peter Wagner
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Eine anhand von Literaturdaten durchgeführte Wirtschaftlichkeitsanalyse des Anbaus
schnell wachsender Baumarten in Kurzumtriebsplantagen auf landwirtschaftlichen
Flächen deutet darauf hin, dass dieser derzeit für sich betrachtet zwar in der Mehrzahl
der Fälle wirtschaftlich ist, verglichen mit um die Fläche konkurrierenden Früchten
allerdings kaum bestehen kann.
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Auch im Bereich der Energiepflanzenproduktion bestimmt die Wirtschaftlichkeit eines
Produktionsverfahrens in entscheidendem Maße darüber, ob es sich in der landwirtschaftlichen
Praxis durchsetzt oder nicht über den Status des Versuchsanbaus hinauskommt. Anhand von
Literaturdaten wurde die Wirtschaftlichkeit des Anbaus schnell wachsender Baumarten in
Kurzumtriebsplantagen auf landwirtschaftlichen Flächen mit unterschiedlicher Bodenqualität
ermittelt.
Zur Berechnung wurden sämtliche, während einer angenommenen Nutzungsdauer von 21
Jahren im Zusammenhang mit der Anlage einer Pappelplantage anfallenden, Kosten und
Leistungen zusammengestellt und unsichere Variablen durch, aus den Literaturdaten
gewonnene, Verteilungen beschrieben. Anschließend wurden im Rahmen einer
Monte-Carlo-Simulation für zwei Szenarien (mittlerer und besserer Standort)
8.000 Fälle berechnet, wobei der Kapitalwert, der sich unter dem Einfluss der für
jeden Fall und jede Zufallsvariable gezogenen Realisationen und einem Kalkulationszinssatz
von sechs Prozent ergab, nach dem Annuitätenmodell über die Nutzungsdauer verrentet
wurde. Die solcherart ermittelten Annuitäten stellen den über die Nutzungsdauer zu
erwartenden durchschnittlichen kalkulatorischen jährlichen Gewinn dar.
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Beim Vergleich der beiden Szenarien wird deutlich, dass auf mittleren Standorten die Annuität
in der Mehrzahl der Fälle keinen positiven Wert erreicht. Das Minimum liegt bei -189 €/ha, das
Maximum bei 125 €/ha, das arithmetische Mittel allerdings mit -34 €/ha im negativen Bereich.
Nur etwa 4 Prozent der ermittelten Annuitäten erreichen Werte von 50 €/ha und mehr. Anders
stellt sich die Situation auf besseren Standorten dar. Hier liegen alle berechneten Annuitäten im
positiven Bereich. Der Minimalwert beträgt 31 €/ha, das Maximum liegt bei 384 €/ha und das
arithmetische Mittel bei 209 €/ha. Über die Hälfte der Annuitäten betragen 200 €/ha
und mehr.
Um eine Aussage zur Anbauwürdigkeit der Feldgehölze treffen zu können, müssen die
Ergebnisse jedoch auch mit um die Fläche konkurrierenden Ackerkulturen verglichen werden.
Beim Vergleich mit dem Anbau von Wintergerste ergibt sich folgendes Bild: Auf besseren
Standorten erzielt die Wintergerste bei einem Ertrag von 70 dt/ha und einem Preis von 20 €/dt
einen kalkulatorischen jährlichen Gewinn von 480 €/ha und ist damit der Pappel deutlich
überlegen. Beim momentanen Agrarpreisniveau ist das Produktionsverfahren Energieholz im
Vergleich zum Getreideanbau nicht konkurrenzfähig. Dazu müsste der Preis für
Holzhackschnitzel auf mindestens 115 €/t(atro), also um knapp 25 %, steigen.
Vorteile könnten Kurzumtriebsplantagen allerdings auf hoffernen Klein- und Splitterflächen
bieten, da sie über die Jahre - verglichen mit Getreidekulturen - relativ wenig Aufwand für
Bestandesführung und Pflege bedürfen. Auch die Ernte erfolgt nur alle drei bis fünf Jahre.
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Naturwissenschaftliche Fakultät III
Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften
Professur für Landwirtschaftliche Betriebslehre
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